Beikoststart // Brei vs. BLW

Gefühlt ist mein Zwerg erst geschlüpft und jetzt muss ich mir schon Gedanken ums Essen machen. Die einen Mamas können es kaum erwarten mit der Beikost zu beginnen während die anderen sich überhaupt keine Gedanken machen und andere wiederum völlig unsicher sind, wann und was denn nun das richtige für Zwergnase ist. Fangen wir von vorne an. Wann ist mein Kind denn überhaupt bereit?
Das wird dir dein Kind deutlich zeigen. Hier gibt es ganz klare Reifezeichen, welche alle erfüllt sein sollten:

Reifezeichen – Beikostbeginn:

  • das Baby kann (mit etwas Unterstützung) aufrecht sitzen
  • das Baby kann den Kopf alleine heben
  • es zeigt Interesse am Essen von Anderen und macht Kaubewegungen
  • der angeborenen Zungenstreckreflex (die Zunge schiebt dabei feste Nahrung aus dem Mund) ist verschwunden
  • das Baby kann sich das Essen selbst zum Mund führen

Diese sind meistens zwischen 5 und 7 Monaten gegeben. Es wird empfohlen die ersten 6 Monate voll zu stillen bzw. Milch zu geben und dann mit der Beikost zu beginnen, da erst dann die Darmreife gegeben ist. Wichtig ist zu wissen, dass das „Geiern“ nach Essen anderer Familienmitgliedern KEIN Reifezeichen ist.

Babys haben ab dem 4./5. Lebensmonat ihre orale Phase. Dies ist das Bedürfnis ihre Welt um sich herum zu erkunden. Die Zunge und der Mund sind das Sinnesorgan, welches am weitesten entwickelt ist und die meisten Nervenenden auf kleinstem Raum haben. Dies hilft ihnen die Beschaffenheit jeglicher Dinge zu entdecken. Sich alles in den Mund zu stecken hilft ihnen, die Eigenschaften zu untersuchen und kennen zu lernen.

Unsere Kleinen werden über die Muttermilch optimal versorgt. Es gibt jedoch den einen oder anderen Nährstoff, welcher kaum über die Muttermilch übertragen wird. So zum Beispiel das für die Entwicklung wichtige Eisen.

Muttermilch enthält vergleichsweise wenig Eisen, und zwar unabhängig von Mamas Eisenstatus sowie ihrer Ernährung. Nur mit was beginnen? Brei oder doch gleich feste Nahrung vom Familientisch? Was sind die Vor- und Nachteile? Ich habe so viel gelesen und mich dann für eine Kombination aus Brei UND Blw (Baby-led Weaning/ „vom Baby geführtes Abstillen“) entschieden. Aus folgenden Gründen:

  1. Fakt ist, dass die Eisenreserve unseres Sprösslings sinkt. Deshalb war mir wichtig, dass mein Kleiner die benötigten Nährstoff bekommt, die er für seine Entwicklung braucht. Das spricht ganz klar für den Brei. Hier habe ich direkten Einfluss auf die Zusammensetzung und vor allem gelangt er in den Magen. Die Brei-Gegner sagen ja immer, dass man die Babys vollstopft und sie nicht selber entscheiden können. Mein Junior hat mir ganz deutlich und sofort mitgeteilt wenn er nicht mehr wollte indem er seinen Kopf auf die Seite gedreht hat. Dann habe ich das füttern auch sofort beendet. Also gab es hier für mich nur Vorteile.
    
  2. Auf der anderen Seite wollte ich aber, dass er die Lebensmittel entdeckt. Fühlt, riecht, anschaut und natürlich schmeckt. Nur so kann ein Kind die Texturen lernen und den Geschmack einer „Form“ zuordnen. Die Kleinen müssen zu Beginn erst lernen, dass man die Hand öffnen muss, um an das Essen zu kommen. Der Großteil landet im Gesicht, auf dem Latz und das Allermeiste auf dem Boden. Das ist der kleine Nachteil den ich persönlich bezüglich der Nährstoffversorgung gesehen habe. Denn das klappt nicht von heute auf morgen. Das ist ein Lernprozess. Der aber viiiiel Spaß macht.

Grundsätzlich gilt:
Essen muss Spaß machen //
Food before one is just for fun.

Daher gab es bei uns mittags Brei und abends durfte Junior am Familientisch mitessen. Mittlerweile ist er ein Jahr alt und isst gerne mit und probiert fleißig.

Egal für was ihr euch entscheidet… Es wird für euch das richtige sein. Vertraut euren Krümelmonstern und verzweifelt nicht, wenn der mit viel Liebe gekochte Teller auf dem Boden landet, weil heute doch Muttermilch gefragt ist.

Da das Thema Ernährung so umfangreich ist, habe ich mich dazu entschieden dieses Thema zu splitten. Es wird also demnächst einen weiteren Artikel darüber geben, der etwas mehr in die Tiefe geht. Nährstoffe, Rezepte, welche Teller und Lätzchen sind geeignet und vieles mehr.

In diesem Sinne viele genussreiche Momente miteinander und bis bald.

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